Was ist Ambrosia?

Ambrosia kann bis zu 1,8 Meter hoch werden und bevorzugt vom Menschen beeinflusste Orte, wie hier in einem Sonnenblumenfeld. © www.ragweedfinder.at

Ambrosia kann bis zu 1,8 Meter hoch werden und bevorzugt vom Menschen beeinflusste Orte, wie hier in einem Sonnenblumenfeld. © www.ragweedfinder.at

Ambrosia (Ambrosia L.) ist unter verschiedenen Namen bekannt, Ambrosia auf Lateinisch, Ambrosie oder Traubenkraut auf Deutsch, Ragweed auf Englisch. In Deutschland wird meist der mehr eingedeutschte lateinische Begriff "Ambrosia" verwendet, welcher auf dieser Website, außer bei den wissenschaftlichen Bezeichnungen (nach Jäger et al., 2017), synonym für die beiden deutschen Begriffe verwendet wird. Ambrosia gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae Bercht. et J. Presl), die beispielsweise auch Beifuß (Artemisia L.), Goldrute (Solidago L.), Kamille (Matricaria L.), Sonnenblume (Helianthus L.) und Löwenzahn (Taraxacum F. H. Wigg.) umfasst. Zu den Pollen dieser Pflanzen, speziell zu denen des Beifußes, besteht aufgrund der Verwandtschaft auch das Potenzial einer Kreuzreaktion.

Man findet Ambrosia vornehmlich an Ruderalstandorten, auf gestörten Böden und damit an von Menschen stark beeinflussten Orten (Straßenränder, Kiesgruben, Schutthalden, Baustellen, Äcker). Es spielt durchaus auch für die Landwirtschaft eine Rolle, da es zahlreich in Feldern (z.B. Sonnenblumenfeldern) auftreten kann. Die größten Ambrosia Bestände finden sich innerhalb Europas in Osteuropa, dem Rhône-Tal in Frankreich und in Norditalien.

Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia L.) selbst ist eine einjährige krautige Pflanze (es gibt auch mehrjährige Arten). Sie ist gekennzeichnet durch gefiederte Blätter, einen weißlich behaarten Stängel und körbchenförmige Teilblütenstände (siehe Anleitung zur Erkennung). Sie kann in Mitteleuropa bis zu 1,8 Meter hoch werden. Die Samen können Berichten zufolge bis zu 40 Jahre keimfähig bleiben. Zudem sind die kleinen, kapselförmigen Samen ideal geeignet, um mit dem Wind vertragen zu werden (entlang von Bahngleisen und Autobahnen) und unbemerkt eingebracht zu werden (mit Baustellengeräten, in Vogelfutter).

Ambrosia ist lichtbedürftig und frostempfindlich, aber salztolerant.

Ambrosia blüht in Deutschland von August bis September. Durch seine starke Verbreitung in mittel- und osteuropäischen Ländern kann auch der Ferntransport von dessen Pollen eine Rolle spielen und in großen Gebieten Deutschlands tageweise für allergierelevante Pollenkonzentrationen sorgen.

Ambrosia ist windbestäubt und produziert daher große Mengen an Pollen. Das Pollenkorn ist etwa 20 µm klein. Eine Pflanze kann bis zu einer Milliarde Pollenkörner in ihrer Blütezeit produzieren (Samter und Talmage 1978).

Neben der Beifuß-Ambrosie gibt es auch andere Arten: Die Dreiblättrige Ambrosie (Ambrosia trifida L.) mit dreifiedrigen Blätter und bis zu 4 Metern Wuchshöhe und die Stauden-Ambrosie (Ambrosia psilostachya DC.) die mehrjährig ist und sich überwiegend über ihre Wurzeln verbreitet. Diese Arten kommen auch in Europa vor, spielen aber eine nicht so große Rolle in der Verbreitungsproblematik wie die Beifuß-Ambrosie.

Ein invasiver Neophyt breitet sich aus...

Ambrosiabelastung in Europa 1997-2006 Ambrosiabelastung in Europa 2007-2016

Intensität der Blüte von Ambrosia in Europa während der Ambrosiapollen­saison in den letzten Jahr­zehnten basierend auf den durch­schnittlich gemessenen Tagespollen­konzen­trationen (© EAN Datenbank). Man beachte die Ver­änderung, die durch die Aus­breitung von Ambrosia erklärt werden kann.

Ursprünglich war Ambrosia in Nordamerika heimisch und wurde nach Europa, Asien und Australien eingeschleppt. Ambrosia wird als invasive Art und sogenannter Neophyt betrachtet, der sich rasch ausbreiten und damit die heimische Biodiversität bedrohen kann. Zudem spielt Ambrosia für Pollenallergiker eine große Rolle.

Man geht davon aus, dass sich die Ambrosia nach dem zweiten Weltkrieg durch Saatgutlieferungen aus den USA in Europa verbreitet hat. Die für den Ferntransport geeigneten Samen, der flugfähige Pollen, der über weite Strecken von hunderten Kilometern transportiert werden kann und die starke Begünstigung der Pflanze durch menschliche EIngriffe in die Umwelt, haben die Verbreitung beschleunigt.

Die künftige Ausbreitung von Ambrosia kann schwer eingeschätzt werden. Das Aufrechterhalten von Gegenmaßnahmen wird auch bei Erfolg beibehalten werden müssen, da Ambrosia das Potenzial hat sich schnell wieder zu verbreiten. Gewächshausstudien haben gezeigt, dass eine höhere Menge an Pollen unter erhöhtem Kohlenstoffdioxidgehalt der Luft produziert wird (Wayne et al. 2002). Damit würden auch mehr Samen produziert werden, die mehr Ambrosia und damit größere Auswirkung auf Pollenallergiker und die Landwirtschaft bedeuten würden (Ziska et al. 2011).

Der reizende Aspekt von Ambrosia

Die Ambrosiapollenallergie ist durchaus eine Besonderheit, weil sie als „Herbstheuschnupfen“ die Pollensaison in den Herbst hinein verlängert und weil die Reizschwelle bei Ambrosiapollen deutlich geringer zu sein scheint als bei anderen Pollenallergien. So reichen schon Konzentrationen von nur wenigen Ambrosiapollenkörnern pro Kubikmeter Luft aus, um Beschwerden auszulösen (Comtois und Gagnon 1988).

Die Ambrosiapollenallergie führt neben den klassischen Heuschnupfen-Symptomen häufig zu einer Asthma-, seltener zu einer Hautsymptomatik (Dermatitis). Betroffene Allergiker müssen daher Acht geben, eine Berührung mit der Pflanze zu vermeiden (beim Ausreißen Handschuhe zu tragen ist eine generelle Vorsichtsmaßnahme auch für Nicht-Allergiker!).

Ein weiterer Aspekt, der durch Ambrosia verursacht wird, ist nicht zu unterschätzen: Es entstehen Kosten, die mehrere Ebenen betreffen. Einerseits gibt es Kosten im Gesundheitssektor, andererseits aber auch in der Landwirtschaft und Straßenerhaltung. Aus diesem Grund ist eine wissenschaftlich fundierte Kostenkalkulation unmöglich, da bestimmte Posten, wie zusätzliche Kosten durch Ernteausfälle oder Instandhaltung von Straßen, nicht bekannt sind.

Was tun?

Wenn Sie eine einzige Pflanze oder auch einen großen Bestand an Ambrosia finden, dann können Sie ihn mit dem Ambrosia Finder melden. Damit helfen Sie den Bestand bekannt zu machen und schaffen die Möglichkeit, Maßnahmen zu setzen.

Bitte haben Sie Verständnis, dass es in Deutschland weder eine gesetzliche Meldepflicht noch Entfernungspflicht gibt und daher eine Entfernung nicht eingefordert werden kann bzw. bestimmte Fundorte von höherer Priorität sind und schneller inspiziert werden.

Beachten Sie, dass die Fundmeldung korrekt und vollständig samt Fotos ausgefüllt werden müssen, da sie sonst nicht bearbeitet werden können.

Wenn Sie entsprechend ausgerüstet sind (Handschuhe, Plastikbeutel zur Entsorgung), dann können Sie die Pflanze nach Möglichkeit mit Wurzel ausreißen und im Plastikbeutel im Restmüll entsorgen. Bitte verbrennen Sie die Pflanzen nicht und werfen Sie sie nicht auf den Kompost.


Literatur und Quellenangaben

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